Technische Universität Dresden

Technische Visualistik

Tangible Displays: Interaktion mit handgehaltenen Displays auf und über einem Tabletop



Tangible Displays: Interaktion mit handgehaltenen Displays auf und über einem Tabletop

Zeit

16. November 2017 - 14:50 Uhr

Ort

Raum APB E001, Fakultät Informatik, Technische Universität Dresden

Beschreibung

Der Erfolg von Smartphones und Tablets hat deutlich gezeigt, dass die Verschmelzung von Ein- und Ausgabe im selben Gerät zu einer direkteren und als natürlicher empfundenen Interaktion führt. Während sich ein Großteil bisheriger Arbeiten der Entwicklung von Touchtechniken auf derartigen berührungsemfpindlichen Displays widmet, löst sich meine Forschung von den Beschränkungen einer interaktiven Oberfläche und erweitert die Interaktion auf den physischen Raum oberhalb eines digitalen Tisches mittels handgehaltener, lagebewusster Displays. Durch die Einbeziehung der räumlichen Position bzw. Orientierung dieser “Tangible Displays” steht ein vielversprechender, zusätzlicher Eingabekanal zur Verfügung. Wenngleich diese Idee nicht vollständig neu ist, wurden die vielfältigen Möglichkeiten die sich durch ihren Einsatz über einem digitalen Tisch ergeben, bisher wenig genutzt. Im Bestreben diese Lücke zu verringern, beleuchtet der Vortrag drei  wesentliche Beiträge meiner Forschung:

(1) Das “Konzeptuelle Rahmenwerk” soll als Leitfaden fÜr den Entwurf von Tangible Display-Anwendungen dienen. Es bietet eine systematische Beschreibung und Analyse des zu untersuchenden Entwurfsraums und seiner grundlegenden Interaktionsprinzipien. Neben einer detaillierten Übersicht aller Systemkomponenten und Eingabearten beinhaltet dies vor allem eine Kategorisierung von typischen Interaktions- und Nutzungsmustern. Darauf basierend werden vier verbreitete Arten von Informationsräumen identifiziert und Techniken zu ihrer räumlichen Erkundung über einem Tabletop vorgestellt. Auf empirischer Ebene wird das Rahmenwerk durch zwei umfangreiche Studien gestützt, in denen Kernaspekte der räumlichen Interaktion mit handgehaltenen Displays untersucht wurden.

(2) Um die Entwicklung von interaktiven Anwendungen zu ermöglichen, habe ich ein “Technisches Rahmenwerk” entworfen und umgesetzt, das die Sensor- und Displayhardware zusammenfasst und einfachen Zugriff darauf mittels eines API bietet. Im Zusammenspiel mit der modularen Software-Architektur kapselt das API nicht nur die Komplexität der verwendeten Ein- und Ausgabetechnologien, sondern ermöglicht auch deren nahtlosen Austausch durch alternative Lösungsansätze.

(3) Die Tauglichkeit des Konzeptuellen und Technischen Rahmenwerkes wird durch vier umfangreiche “interaktive Systeme” demonstriert. Diese Systeme dienten als Testumgebung für die iterative Entwicklung und formative Bewertung einer Reihe von neuartigen Interaktionstechniken, die gängige Basisaufgaben in verschiedenen Anwendungsbereichen adressieren. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse halfen, das Konzeptuelle und Technische Rahmenwerk zu verfeinern und bilden einen wertvollen Ausgangspunkt für die Entwicklung von zukünftigen Systemen.